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Superabsorber

offenes Marmeladenglas gefüllt mit den Kügelchen eines Superabsorbers. Der rot-weiß karierte Deckel lehnt am Glas
Glas mit Superabsorber aus einer Wegwerfwindel

Jeden Tag bekommen Millionen Babys eine Wegwerfwindel an den Po. Doch aus was bestehen Windeln eigentlich? Windeln, die jeden Tag so selbstverständlich benutzt werden. Eine Windel besteht im Wesentlichen aus Vliesschichten, Superabsorber und einer Nässeschutzschicht. Der Hauptbestandteil ist der Superabsorber. Aber was genau ist dieser Superabsorber? Superabsorber sind Kunststoffe, die beim Kontakt mit Flüssigkeiten aufquillen und kleine Kügelchen bilden. 

An einer Wegwerfwindel merkt man diese chemische Reaktion daran, dass die Windel an Volumen zunimmt, sobald sie mit dem Urin des Babys in Berührung kam. Die Nässeschutzschicht besteht ebenfalls aus Plastik. Sowohl für die Herstellung des Superabsorbers, als auch für die Nässeschutzschicht wird Erdöl gebraucht.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Baby über Jahre hinweg eine Plastikhülle um seinen Intimbereich bekommt, in der bei jeder Ausscheidung von Urin eine chemische Reaktion stattfindet. 

Der Superabsorber kann aber nicht unterscheiden zwischen Urin und anderen Flüssigkeiten. Er trocknet auch die Haut aus und sorgt bei Mädchen für eine Störung der Scheidenflora. Einer der Gründe, warum schon ganz kleine Mädchen Probleme mit Scheidenpilzen haben und es als völlig klar angesehen wird, dass Säuglinge und Kleinkinder Hautprobleme im Windelbereich haben. 

Um diese Folgen abzumildern tränken viele Windelfirmen die oberste Schicht ihrer Windeln mit Lotionen, die Hautprobleme noch verschlimmern können.

Keine schöne Vorstellung, was der zarten Haut eines Säuglings mit nur einer Windel zugemutet wird.

Jetzt fragst du dich sicher: "Was ist mit PUL? Das ist doch auch ein Kunststoff!" Das stimmt. PUL wird als dünne Schicht auf einen Trägerstoff aufgetragen, hat aber den großen Vorteil, dass es Nässe zurückhält, aber atmungsaktiv ist. Zudem findet in dem Nässeschutz einer Stoffwindel keine chemische Reaktion statt. Wenn dir Kunststoff an Babys Haut generell unsympathisch ist, hast du auch die Möglichkeit mit Wolle zu wickeln. Bei Stoffwindeln entscheidest du, was an die Haut deines Babys kommt und nicht ein Windelhersteller.